Für IMMER reicht genau von hier bis …

Veröffentlicht: 23. März 2014 in Gedanken, Leben
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Ich habe den Eindruck  so langsam mein Leben als Single zu begreifen. Mit jedem Tag mehr verblasst diese Liebe für und verflüchtigt sich die Sehnsucht nach Enya.

Ich habe Zeiten hinter mir in denen ich mir nagend die Frage gestellt habe welchen Zweck mein Leben hat. Dabei waren keine Suizidgedanken am Werk. Es waren Fragen wie:

  • für wen will ich leben, wenn da niemand ist für den ich sterben würde
  • bin ich für meine Kinder mehr als Erzeuger und Finanzversorger
  • sind die Menschen die ich als Freund bezeichne in Wahrheit doch nur gute Bekannte

Ich habe eins begriffen – Single sein heißt nicht nur ohne Partner sein zu können, es heißt auch ohne die Liebe, die mit Verantwortung und tiefer Zuneigung einher geht, sein zu können (und wo gehören jetzt die Kommas hin…).

In den letzten Wochen habe ich zwei  persönliche E-Mails zu meinem Blog bzw. zu Kommentaren die ich anderswo hinterlassen habe erhalten, die eine erst heute. Beide Mails haben zwar nicht meine Situation mit Enya verbessern können, aber durch beide Mails beginnt sich in mir der Gedanke festzusetzen, dass ich zu allererst für mich lebe und der Zweck meines Seins immer eine Momentaufnahme sein wird. Der Zweck meines Seins wird sich immer wieder verändern und genau das macht Leben spannend.

Gestern habe ich den ersten Regenbogen des neuen Jahres gesehen und er war schön! Zuerst hatte ich den Drang das Auto anzuhalten und ihn zu fotografieren. Die Schönheit war aber so überwältigend, das Licht, die Farben so vollkommen, dass diese Vollkommenheit nur in meinem Herzen erinnert werden kann. Ich bin auf diesen Regenbogen zugefahren und mir ist dieser uralte Segen eingefallen:

Meinen Bogen setze ich in die Wolken;…Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, dann gedenke ich des Bundes der besteht…“ (Genesis 9)

Und ich wusste Leben hat Sinn.

Vielleicht hört sich das für manche sehr pathetisch an, ich kann das sogar verstehen. In meiner Gedanken und Gefühlswelt lebe ich aber genau diesen Zwiespalt zwischen Emotion und Realismus, Euphorie und Melancholie. Ich fühle mich manchmal zerissen von Intellekt und Instinkt.

In etwas mehr als zwei Stunden treffe ich mich mit einer wunderbaren jungen Frau. Wir haben vor uns die Bücherdiebin anzusehen und danach ganz lange bei einem leckeren Essen zu quatschen. Sie hatte um die Jahreswende eine Zeit der Zweisamkeit die wieder zerbrochen ist. Sie weiß von mir und meinen Wertherschen Leiden. Ich werde jeden Augenblick mit ihr genießen und es mir gut gehen lassen.

Ach ja – die Überschrift zu diesem Post, grmml so gehts wenn man immer drauf los schreibt.

Ich hatte dieses Lied in meinem Gedächtnis ursprünglich unter der Rubrik Liebeslied abgespeichert (warum auch immer) – vorhin hat mein Radio mich mittendrin in diesen Text geworfen und es passt genau zu dem was ich grade geschrieben habe:

Wir können rennen, wir dürfen stolpern…. Für immer reicht genau von hier bis zum Punkt wo man vergisst

Kommentare
  1. Bernd K. sagt:

    Für IMMER reicht genau von hier bis … es eben vorbei ist.

    Seltsam, dass die Menschen immer weiter darauf bestehen, sich anderes vorzumachen.

  2. goodnews sagt:

    Dein Leben hat genau den Sinn, den Du ihm gibst.
    Du bist Mitschöpfer Deines Lebens.
    Und mit Erkennen Deiner eigenen Verantwortung kannst Du Deine „Macht“ in Anspruch nehmen.

    Willst Du ein Trennender oder ein Verbindender sein?
    Ein Schlafender oder ein Wacher?…

    Alles Gute.

  3. Das sind wundervolle Gedanken und sie zeugen von deinem stetigen Heilungsprozess. ich denke auch, dass wir den Sinn unseres Lebens immer wieder neu erschließen und entfalten müssen. Er ist nicht in Stein gemeißelt und wandelt sich mit unseren inneren und äußeren Lebensbedingungen. Ich wünsche dir noch viele Regenbogen und immer wieder neue Begegnungen mit wunderbaren Menschen!

    Herzliche Grüße von der Schattentänzerin

  4. ja so ist es wie du schreibst, eine Liebe verblasst und das ist auch gut so. je mehr man Abstand hat, desto mehr rückt diese vermeintliche damalige Liebe in den Hintergrund, es ändert sich in einem selbst ohne dass man es vielleicht merkt. ich fühle ähnlich, ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen. alles gute für Dich

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