Dagegenhalten – Mund aufmachen – Haltung zeigen

Veröffentlicht: 7. August 2015 in Gedanken
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„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ Artikel 1, Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Wollen wir Deutschen diese Verfassung umschreiben, abschaffen?

Hat sich je ein Pegidademonstrant gefragt warum dieser Satz ganz am Anfang unserer Verfassung steht. Hat sich je ein Pegidademonstrant gefragt warum da nicht „des deutschen Menschen“ steht?.

Hat sich je einer der zu Brandstiftung, Mord und Totschlag aufruft gefragt was „unantastbar“ heißt?

Hat sich je einer der hinter der anonymen Fassade einer Kommentarfunktion Menschen angreift, beleidigt, verunglimpft gefragt was dieser ganze Satz bedeutet?

An dieser Stelle möchte ich auf Anja Reschke hinweisen. Ihr Kommentar in den Tagesthemen vom 05. August 2015 zu „Hass im Netz“ hat mich sehr betroffen gemacht und bewegt mich. Hier ist das Video dazu:

Die Not, das Elend dieser Welt finden gerade wir Deutschen ganz schlimm. Weil wir eines der reichsten Völker der Welt sind, zeigt sich unsere Betroffenheit in Spendenmillionen. Ist es wirklich Betroffenheit über in Not lebende Menschen, über Kinder, Frauen und Männer die von Krieg, Folter, Hunger, Seuchen, Terror bedroht sind? Oder steckt vielmehr die Erwartung dahinter, wenn wir spenden sollen die gefälligst da bleiben wo sie sind?

Ich kann jeden verstehen der vor Folter, Krieg und Terror flieht!

Ich kann jeden verstehen der sich auf den Weg macht um sein Glück zu finden, der losmarschiert um sich und seinen Lieben die Chance auf ein bisschen Wohlstand zu erarbeiten!

Ich kann nicht verstehen, kann nicht akzeptieren wie ein Volk das für die Vernichtungen in Auschwitz, Dachau und anderswo verantwortlich ist Brandstifter deckt, Haßschreiber bejubelt, Politiker akzeptiert die im Angesicht von Überfluss darüber nachdenken wie man Menschen in ihrem Elend festhält.

Apropos Auschwitz

„Es gibt keinen Schlussstrich in der Geschichte“

Gerne akzeptieren wir unser großes Erbe, lassen uns für das Wirtschaftswunderland bewundern. Ein Erbe kann man nur ganz ausschlagen oder ganz antreten.

Das war, so glaube ich, denen bewusst die als Grundstein unserer freiheitlichen Grundordnung, unseres Staates die Worte formuliert haben. Zurück zum Anfang – Artikel 1, Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland:

DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR

Kommentare
  1. derbohli sagt:

    Danke für diesen Post

  2. majarrr1984 sagt:

    https://majasdirtylaundry.wordpress.com/2015/08/16/liebster-award/
    Hab dich eben für den „Liebster Award“ nominiert, schau mal rein

  3. katjaloves sagt:

    Wunderbar auf den Punkt gebracht! Danke.

    • 64er sagt:

      Gerne.
      Ich denke oft daran, dass die Geschichte dafür da ist zu lernen – aus den Fehlern und aus den Neuanfängen. Nichts ist perfekt, auch die Mütter und Väter des Grundgesetzes waren es nicht. Grade in diesen Tagen habe ich viel an den Weg der Bundesrepublik vor der Wende gedacht.
      In diesem Jahr sind mit Egon Bahr, Richard von Weizsäcker und Helmut Schmidt drei Persönlichkeiten gestorben die dazu beigetragen haben, dass ich und viele Andere sich nicht gleichgültig von den Entwicklungen zeigen.
      Demokratie bedeutet für mich Freiheit und die Verpflichtung für diese Freiheit was zu tun. Und sei es nur über die aktuellen Geschehnisse nachzudenken und zu schreiben.

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