dieses halbe Jahr

Veröffentlicht: 13. August 2017 in Leben
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Das kleine schwarze Biest hatte mich seit Dezember begleitet.

Wenn ich nach Hause kam war sie da. Nicht immer hatte sie mich sofort begrüßt. Vor allem wenn ich länger als gewöhnlich weg war, verzog sie sich in ihren Schmollwinkel um danach umso anhänglicher ihre Streicheleinheiten zu verlangen.

Morgens wartete sie immer und beobachtete ganz genau. Wenn der letzte Bissen des Frühstücks geschluckt war, sprang sie mich förmlich an. Bekam sie nicht die ihr gebührende Aufmerksamkeit, ließ sie mich ihre Krallen spüren.

Zu späterer Stunde räkelte sie ihren Astralkörper vor mir und verlangte meine Aufmerksamkeit.

So ging unser Leben.

Bis plötzlich der Bauch immer dicker wurde, der Appetit immer spärlicher und die Lebendigkeit immer schneller von Müdigkeit übermannt wurde. Dann ging alles ganz schnell. Kurz nach der Diagnose Tumor begann das Leiden.

Der Abschied war hart.

Über Dein Leben zu entscheiden hat an mir genagt.

Jetzt ist alles still wenn ich nach Hause komme. Keine Spuren Deiner Krallen auf Brust und Rücken mehr.

Vielleicht jagst Du jetzt ja wieder Mäuse. In einem anderen Leben. Wer weiß.

Danke für dieses halbe Jahr!

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Kommentare
  1. Das tut mir so leid! Ich habe auch erst vor kurzem Abschied nehmen müssen, und es tat sehr weh. Wie sich diese kleinen Biester doch in unser Herz schleichen …

  2. fifteenfeet sagt:

    Die Entscheidung, über weiteres Leben oder Leiden treffen zu müssen, ist verdammt hart. Ich kenne das auch… leider. Ein Auf und Ab der Gedanken, der Gefühle, des Gewissens und ein eigenartiges Abwägen.

    Und manchmal beschlich mich in einer solchen Situation trotzdem der Gedanke, Tiere darf (soll!) man erlösen… Menschen sind gezwungen weiter zu leiden, oft nicht schmerzfrei trotz aller Medikamentenhämmer, ein würdeloses Dahinsiechen, und man muss hilflos zuschauen.

    Abschied tut immer weh, aber deine Katze durftest du erlösen.
    Sie ist dir ganz bestimmt dankbar dafür. Irgendwo.
    Irgendwie.

    liebe Grüße

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