Von der eingeschläferten Bestie

Veröffentlicht: 6. Dezember 2017 in Leben, Rückblick
Schlagwörter:, ,

Es gibt tausend Liebeslieder
Nicht für mich, nicht für mich
Am Morgen singen die Vögel
Nicht für mich, nicht für mich
Es gibt Hand im Hand im Park
Ohne dich bin ich nichts
Es gibt immer etwas Hoffnung
Nicht für mich, nicht für mich

Nicht für mich, nicht für mich
Sterne leuchten nicht für mich
Nicht für mich, nicht für mich
Vögel singen nicht für mich

Ich schreib‘ mir mein bitteres Manifest
Nur für mich, nur für mich, nur für mich
Ich führ‘ eine Liste und du bist gesetzt
Nur für mich, nur für mich, nur für mich

Ich hock‘ in meiner dunklen Kammer
Krummer Rücken, armer Poet
Über einen Stapel Blätter
Spuck ein wütendes Pamphlet
Diese Säufer um mich rum
Sagen ich war mal süßer Wein
Nur mehr Campari-O
Im Verhältnis drei zu eins

Nicht für mich, nicht für mich
Sterne leuchten nicht für mich
Nicht für mich, nicht für mich
Vögel singen nicht für mich

Ich schreib‘ mir mein bitteres Manifest
Nur für mich, nur für mich, nur für mich
Ich führ‘ eine Liste und du bist gesetzt
Nur für mich, nur für mich, nur für mich

Es gibt Gründe, es gibt Absichten
Da ist Glut, da ist Wein
Ich rufe neue Ziele aus
In der Armee bleib‘ ich allein
Nicht für mich, nicht für mich
Aber Rettung gibt es nicht
Nicht für mich, nicht für mich
Ein Platz ist frei und ich nehm‘ dich mit

Ich schreib‘ mir mein bitteres Manifest
Nur für mich, nur für mich, nur für mich
Ich führ‘ eine Liste und du bist gesetzt
Nur für mich, nur für mich, nur für mich

Written by Sammy Amara • Copyright © Universal Music Publishing Group
Wie hat es eigentlich begonnen mit dieser Giftspritze die meine Bestie ganz langsam rein gedrückt bekommen hat? War es als die Lady den Andern wählte, war es nachdem die Seglerin nach Ausreden suchte, als Frau Frechdachs der subtilen Erpressung erlag, als mir Enya wieder über den Weg stolperte, als sie und sie…
Oder war es als ich mich in meine Arbeit geflüchtet habe, als die Couch zur besten Freundin wurde?
Ich weiß, dass die Verantwortung für dieses langsame Abdriften in die innere Einsamkeit nicht bei ihr oder ihr liegt. Klar ist – ich habe es zugelassen.
Das Leben beweißt in vielen Fällen die totale Unerbittlichkeit.
Lass es zu, dass Deine Umwelt Dich runterziehen kann und Du wirst unweigerlich wie ein Ertrinkender nach Luft schnappen und das auch wenn Du eigentlich einer bist, der die Ironman-Strecke zum Aufwärmen schwimmt.
Alles was in meinem Umfeld nicht so gelaufen ist wie ich es mir vorgestellt hatte war verschwörerisch. Dabei hatte ich die Stirn nach außen den Coolen zu spielen.
Ich wollte niemanden zur Last fallen oder war es eher die Angst auch daran zu scheitern; vermutlich Letzteres.
Zur inneren Kapitulation entwickelte sich der Untergang meiner Libido. Sexualität fand nur noch statt indem die Reize immer extremer wurden. Im Zusammensein mit einer Frau konnte ich mich nicht fallen lassen. Lust war gefährlich für den inneren Abgrund. Ich war nur noch Wichser im schäbigsten Wortsinn.
Oh ja, ich kann das saugut. Ich weiß wie ich klingen muss, wenn’s mir gut geht. Ich kenne so viele Mechanismen wie ich meine Enttäuschung nonchalant in verständige Akzeptanz verwandle. Ich bin so cool und doch die arme Sau, die am Liebsten vor innerem Schmerz laut aufheulen würde. Fassade, das beherrsche ich mittlerweile verdammt gut. So gut, dass ich es mir selbst geglaubt habe, wenigstens so lange bis ich wieder einsam auf meiner Couch lag.
Jetzt grade frage ich mich, ob dieser Striptease irgendwas ändert. Ich hoffe, diese Zeilen wieder auszugraben, wenn der Aufzug wieder in die finstersten Kohlenschächte meines Seins rast.
Was ich jetzt aufschreibe ist aus meiner jetzigen Sicht. Ich schreibe auf was ich hinter mir lasse und hoffe nicht mit der nächsten schwierigen Situation wieder abwärts zu rasen.
Ich kümmere mich wieder um mich, vielleicht sogar mehr denn je! Das Leben muss aus Veränderung bestehen – das ist jetzt keine Floskel um mich zu beruhigen. Ich merke, dass mit mir etwas geschehen ist. Ich bin gespannt was sich daraus entwickeln wird. Ich bin aufmerksamer geworden auf das was mir gut tut und was mich belastet. Ich bin bereit deutlich zu werden, tue es in Situationen in denen ich vorher geschwiegen habe.
Ich stelle fest wie ich wieder Spaß am Erleben spüre. Ich merke wie ich wieder Lust darauf habe mit meinem Körper zu spüren, wie ich wieder Gier auf Sinnlichkeit entwickle.
Seit einiger Zeit tue ich wieder was für meinen Körper. Ich genieße es meine Haut zu pflegen, dadurch fühle ich mich wohler in meiner Haut. Ich habe wieder Spaß daran Kraft zu entwickeln und trainiere wieder.
Oh Wunder, plötzlich kann ich mein Spiegelbild wieder ganz gut leiden.
Ich bin mittlerweile davon überzeugt – der nächste Blockbuster in meinem Leben heißt „die Rückkehr der Bestie“ (oder so ähnlich).
Verrückt was sich alles ändert seit ich mir mein Leben wieder ausdenke und es dann auch mache!

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.