Sinnliche Weihnachten

Veröffentlicht: 25. Dezember 2018 in Aktuelles, Leben, Träume
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Ich hatte in meinem letzten Eintrag angedeutet, dass Frau Sinnlich sich mit mir über Spiritualität unterhalten hat.

Wir haben darüber gesprochen wie es ist, wenn man an andere Menschen denkt. Wie sich das für uns anfühlt.

Es ist bei uns beiden sehr ähnlich. Bei manchen Menschen sind wir beide in der Lage über große Entfernung wahrzunehmen, dass sie an uns denken. Es fühlt sich so an, als klopfe der andere grade an, ganz vorsichtig. Dann können wir antworten, uns öffnen oder auch mitteilen, dass wir nicht gestört werden wollen.

Blödsinn, denken jetzt vielleicht die Menschen die streng an Naturwissenschaften glauben. Teufelszeug, glauben womöglich die anderen. Ganz ehrlich, das ist einer der Einträge die meinem Erinnern dienen. Alles andere ist mir vollkommen gleichgültig.

Gestern war ein sehr emotionaler Tag für mich. Klar es war der heilige Abend und da sind viele Menschen gefühlsmäßig an ihrem Limit. Mir ist aber Besonderes passiert.

Ich sitze in der festlich erleuchten Halle des mittelalterlichen Münsters meiner Heimatstadt. Der Chor hinter dem Alter mit Chorgestühl, Seitenkapellen und Hochaltar sind in diffuses Licht getaucht. Ich warte auf den Beginn des Spätabendgottesdiensts, da flüstert jemand leise meinen Namen. Nicht mit den Ohren, mit der Seele, dem Herzen spüre ich dieses Wispern. Ich öffne mich. Da spüre ich wie meine linke Hand gedrückt wird, wie sie ihren Kopf an meine Schulter legt und leise „frohe Weihnacht“ flüstert. Wir genießen eine Weile die festliche Stimmung, dann verabschiedet sie sich mit einem Kuss.

Etwas mehr als eine Stunde später sitzen wir beim Essen, da ist sie wieder. „Sieht lecker aus“ flüstert sie leise, „guten Appetit“ und schon verabschiedet sie sich wieder.

Viel später spüre ich wie sie sich aufs Sofa zu mir setzt, sich an mich kuschelt und eine Weile unserer Unterhaltung lauscht. Dann erzählt sie mir, wie gerne sie jetzt mit mir und ihren Hunden am Rheinufer durch die kalte Nacht spazieren würde. Ich kann es sehen, die kalte Luft an meinen Wangen spüren. Sie flüstert noch „ich freu mich schon auf unser Wiedersehen“ und verabschiedet sich wieder.

Ich hatte schon früher das Gefühl, dass wir in Verbindung treten. Ich hatte auch heute ihre Nähe gespürt als ich spazieren war. Diese drei Begegnungen sind mir jedoch so wichtig, dass ich sie aufschreiben muss. Ich will diese Augenblicke nie vergessen!

Ich lebe von meinen Emotionen. Ohne wäre mein Sein langweilig. Ich fühle mich wohl mit Frau Sinnlich. Ich will die Gefühle für sie nicht sortieren in Zuneigung, Liebe, Freundschaft. Ich will das einfach festhalten, in mein Innerstes brennen, auf meine Haut tätowieren!

Wie weit ich meine Bestie von der Leine lasse, werde ich von Fall zu Fall entscheiden. Behutsam und mit Respekt vor unserer besonderen Beziehung.

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