7 Wochen ohne

Veröffentlicht: 22. März 2020 in Aktuelles, Gedanken, Leben
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Es war mehr oder weniger spontan. Ohne große Vorbereitung, Überlegung oder langen Vorsatz. Mir wurden zum Thema „Fasten“ von Frau Sonnenschein ein paar Fragen gestellt. Es war ein paar Tage vor Aschermittwoch.

„Der Sinn des Fastens,“ so dozierte ich „besteht darin, auf das was uns beherrscht in dieser Zeit bewusst zu verzichten.“

Bäääännnggg!!!

Da hatte ich mich selbst erwischt. Es gibt da etwas, das mich beherrscht. Ich machte mich auf zurück in mein Büro. Nachdenklich hat mich dieser Satz gemacht.

Während meiner ersten Ausbildung habe ich gelernt hinter die sehr bildlich erzählten Geschichten der Bibel zu blicken. Ich habe damals begriffen, was dieses Buch für uns bis heute für Erkenntnisse bereit hält. Man muss nur bereit sein sich darauf einzulassen und die fast reflexartigen Argumentationsketten rund um die Verbrechen der Kirchen, die Verbrechen die im „Namen Gottes“ begangen werden und die ganzen scheinbaren Verbote für einen Moment wegzuschieben.

Keine „Sorge“, ich will hier niemanden bekehren, wie so oft halte ich für mich nur fest was passiert ist.

Fasten – ich erinnere mich an die Geschichte über die 40 Tage in der Wüste. Der Ursprung der kirchlichen Fastenzeit die mit Aschermittwoch beginnt und mit der Osternacht endet.
40 Tage Hunger werden in dieser Geschichte beschrieben. Es wird von den Versuchungen erzählt dieses Hungern zu brechen. Einfach den Versuchungen nachgeben, es ist ja kein Problem – das ist der innere Kampf von dem dieses Geschichte erzählt. Allerdings bedeutet das Brechen, dass man nicht Herr über sich selbst ist und es auch nicht wird. Die Bibel erzählt vom Teufel und Wundern die Jesus hätte problemlos einsetzen können.

Zurück in mein Büro.
Mir wurde bewusst, ich lasse mich beherrschen. Tief in meinem Verstand ist mir klar, dass ich regelmäßig dem kleinen Dämon in mir nachgebe, weil ich mich treiben lasse und mir nicht bewusst mache, dass ich in diesem Punkt die Kontrolle über mich verloren habe.

Viel zu oft liege ich an Wochenenden lange im Bett oder nachts vor dem Einschlafen und surfe durch die entsprechenden Pornoportale auf der Suche nach dem nächsten Kick, dem nächsten Extrem. Eigentlich will ich was unternehmen oder abends schlafen gehen und dann erwischt mich irgend ein Reiz. Es ist so einfach. Notebook auf, Firefox zeigt sie mir schon als „wichtige Seiten“ an.
Klick hier, klick dort; ich spiele an mir rum; nö, das geht noch ein bisschen aufregender; ja, jetzt wird er wieder härter; klick hier, klick dort.
Irgendwann ist das Kondom gefüllt. Abgespritzt ja, befriedigt nicht wirklich.
Abends kann mich das schon mal ne Stunde Schlaf kosten, an Wochenenden verbringe ich damit schon mal deutlich mehr als zwei Stunden.

Das ist wirklicher Kontrollverlust, da beherrscht mich etwas.

Es gibt einen weiteren Effekt. Ich verliere unglaublich schnell im real Life meine Erektion. Schnell spulen in meinem Unterbewussten Szenen ab, Dämonen zerren am Realen und spülen Surreales in mein Hirn. Ich kann nicht mehr abschalten, versuche zu kontrollieren was mich längst beherrscht.
Frau Sinnlich versucht mir in diesen Momenten immer wieder zu helfen. Versucht alles, dass ich mich fallen lassen kann.Es gelingt selten.

In diesem Büro beschließe ich: „DIESES JAHR FASTE ICH!“

Seit diesem Tag habe ich auf Pornographie in Film und Bild bewusst verzichtet. Ich will die Kontrolle zurück, die Sucht besiegen.

Tja, es wirkt! Verdammt noch mal, das war der geilste Sex seit …

 

 

 

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