Stell Dir vor – Reloaded!

Veröffentlicht: 22. Februar 2016 in Gedanken
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Manche Geschichte erzählt man stets aufs Neue…

 

Es gibt da einen alten Mann der aus Worten Geschichten macht. Ja, der, der einen Frechdachs lieb hat. Der, der sich fragt wie es einer Reisenden geht, was ein Unbekantes Wesen so treibt. Genau, es ist der, der eine zwiespältige Möwe gerne mag.

Dieser alte Mann hat ein Lebenselixier. Manchmal Droge die ihn zu zerstören droht, meist aber Quelle seiner Kraft. Diese berauschende Arznei kommt aus ihm, entsteht in seinem Innern. Diese Essenz seines Seins ist Liebe.

Dieser alte Mann erzählt gerne die Geschichte der Nachtigall die ihm begegnet ist. Die Nachtigall lebt von und für ihren Gesang.

Sie steigt an den Himmel – und singt.
Sie sitzt in den Wipfeln – und singt.
Sie segelt durch die Luft – und singt.
Sie landet am Fenster – und singt.

Eines Tages trifft die Nachtigall einen Menschen, der sehr traurig ist. Der Mensch lebt mit einem bösen Drachen der ihn nur zum Sammeln von Beeren und Pilzen aus der Höhle lässt. Etwas an diesem Menschen berührt die Nachtigall – und so singt sie ihr Lied. Dieser Mensch hört den Gesang, sieht die Nachtigall und wird froh in seinem Herzen.

Fortan halten die Nachtigall und der Mensch Ausschau nacheinander und begegnen sich wenn der Drache den Menschen zum Sammeln der Beeren und Pilze aus der Höhle entlässt. Sie beginnen sich zu lieben und wollen ohne einander nicht mehr sein. Der Drache spürt, dass der Mensch glücklicher wird und ahnt, dass es da draußen neben den Beeren und Pilzen etwas gibt, was dem Menschen neue Hoffnung schenkt. Der Drache erinnert den Menschen fortan jedes mal daran, dass er mit seiner Magie dem Menschen furchtbare Schmerzen zufügen wird, wenn er nicht zurück kommt. In Wahrheit verlieren die dunklen Mächte des Dachen mit jedem glücklichen Lächeln des Menschen an Kraft und so beschließt der Drache, dass der Mensch immer seltener aus der Höhle darf.

Dadurch wird die Nachtigall immer einsamer und singt ihr Lied traurig für die Wolken am Himmel.

Der alte Mann erzählt, dass er eines Tages als er durch die Wiesen und Wälder streift und sich an der Kunst der Natur erfreut, das traurige Lied der Nachtigall hört. Er setzt sich auf eine Bank, so erzählt der alte Mann, lauscht dem Lied und sucht am Himmel nach der Sängerin. Leise versucht er das Lied der Nachtigall nachzusingen und träumt davon die Sängerin zu erleben. Jedes Mal wenn der alte Mann die Schönheit der Blumen genießt und den Duft der Blüten in sich aufsaugt, hört er jetzt die Nachtigall ihr Lied singen und so summt er bald das Lied vor sich hin.

Er summt und summt und merkt nicht, dass die Nachtigall auf diesem Baum neben seiner Bank sitzt und ihm zuhört. So geht das viele Tage. Bis die Nachtigall eines Tages das Summen mit dem Echo ihres Liedes erwidert. Der alte Mann erschrickt und sieht den Vogel vor sich hin und her flattern. Ganz aufgeregt ist die kleine Künstlerin weil sie jetzt feststellt, da ist noch einer der ihr Lied gerne mag.

Der alte Mann ist von dem Lied so begeistert, dass er fortan vor sich hinsummt und die Freude sein Herz tanzen lässt.

Die Nachtigall erzählt dem alten Mann eines Tages von dem Menschen und ihrer Liebe zu ihm. Sie erzählt dem alten Mann wie sehr es sie inspiriert wenn ihren Lieder zugehört wird. Gleiches macht sie auch mit dem Menschen. Sie erzählt ihm von dem alten Mann und dem Singen und Summen das ihr die Tage erleichtert an denen der Drache den Menschen nicht aus der Höhle lässt. Der Mensch bekommt es mit der Angst zu tun. Hat er doch von den Vogelfängern gehört, die umherziehn und die besten Singvögel rauben.

Der Mensch verlangt von der Nachtigall fortan dem alten Mann nicht mehr auf der Schulter zu sitzen und an seinem Ohrläppchen zu knabbern. Eigentlich möchte der Mensch, dass die Nachtigall auch nicht mehr mit dem alten Mann singt und fortan ihr Lied nur noch für den Menschen pfeift.

Als am nächsten Tag der alte Mann wieder durch die Wiesen wandert und das Lied brummt, fliegt die Nachtigall über ihm und singt mit ihm. Der alte Mann bietet dem Vogel seine Schulter an und hofft, dass sich die Nachtigall auf ihm niederlässt um gemeinsam im Chor die Schönheit des Lebens zu besingen. Da erzählt ihm die Nachtigall von den Sorgen des Menschen und ihrer Angst er könne doch auch ein Vogelfänger sein.

Der alte Mann lacht.

„Ach Nachtigall, ich habe entdeckt wie sehr Du mit Deinem Lied mein Herz springen lässt. Ach Nachtigall ich spüre wie sehr die Arznei der Liebe meine Leiden heilt. Ach Nachtigall…“ so seufzt der alte Mann und fährt fort. „Es ist wahr, dass es diese Vogelfänger gibt. Ich habe sie selbst erlebt. Keiner ist glücklich. Jeder muss seine ganze Aufmerksam darauf richten, dass der gefangene Künstler nicht doch entfleucht. Dabei merken die Vogelfänger gar nicht, dass der Vogel immer weniger singt und am Ende nur noch traurig krächzt.
Ach Nachtigall ich vertraue darauf, dass Dir unser Singen so sehr gefällt, dass Du immer wieder zu mir kommst, egal ob Du mit dem Menschen Deine Lieder trällerst oder für Fürsten und Könige Deine Arien darbietest.
Hör nur, da eine Lerche und dort eine Amsel…
Hörst Du die Schönheit ihres Gesangs?
Und doch, Nachtigall, weiß ich dass Du es bist die mein Herz zum Tanzen bringt“

Nachdenklich ist die Nachtigall am Abend als sie allein im Baum den Kopf in ihre Federn steckt.

So geht das viele Tage. Der Mensch rät der Nachtigall nicht mehr mit alten Mann zu singen, wird wütend wenn er erfährt, dass sie im Duett die Lieder in die Welt hinein trällern. Die Nachtigall, aber setzt sich nie wieder auf die Schulter des alten Manns. Ab und an zupft sie an seinen Haaren, im Vorbeifliegen oder ruht auf seinem Kopf für ein paar Augenblicke. Nie versucht der alte Mann die Nachtigall zu fangen. Stets verabschiedet er sich mit einem fröhlichen Herzen und freut sich auf das nächste Singen.

Bei aller Sorge, auch der Mensch genießt das Glück der Lieder die er mit der Nachtigall singt und fühlt sich unbeschreiblich wenn die Nachtigall auf seiner Schulter sitzt.
Eines Tages spürt der Drache, dass seine Macht über den Menschen immer mehr schwindet und so beschließt der Drache den Menschen aus der schützenden Höhle zu verbannen.

Mit dem Bannspruch murmelt der Drache jedoch auch einen furchtbaren Zauber.

Verunsichert und ängstlich läuft der Mensch durch Wiesen und Wald und ruft nach der Nachtigall. Die Nachtigall hört ganz leise während ihres Konzerts mit dem alten Mann die Rufe des geliebten Menschen. Hastig verabschieden sich der alte Mann und die Nachtigall voneinander.

Nachtigall und Mensch sind glücklich jetzt endlich so oft sie wollen miteinander die Lieder zu genießen. Der Mensch berichtet dass er gerne für die Nachtigall fortan die Beeren und die Pilze sammelt, der Mensch will fortan die Lieder der Nachtigall für sich…

…allein der Mensch und die Nachtigall bemerken nicht wie der Zauberspruch des Drachen den Mensch verwandelt.

Nachtigall und Mensch müssen gemeinsam den Bann brechen, der Drachen aus anderen Wesen macht.

Der alte Mann,  weiß, dass Vogelfänger wesensgleich mit Drachen sind. Der alte Mann weiß, dass Drachen ihr Gift in Menschen pflanzen…

Kommentare
  1. Sabine sagt:

    Alter.ALTER! 😂😂😂

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